Blitz-Schutzzonenkonzept

Das Blitz-Schutzzonen-Konzept ermöglicht Schutzmaßnahmen zu planen, auszuführen und zu überwachen. Mit einem wirtschaftlich vertretbaren Aufwand werden damit alle relevanten Geräte, Anlagen und Systeme zuverlässig geschützt. Dabei wird ein Gebäude in Zonen unterschiedlicher Gefährdung aufgeteilt. Anhand dieser Zonen lassen sich anschließend die notwendigen Schutzmaßnahmen, insbesondere die Geräte und Komponenten für den Blitz- und Überspannungsschutz bestimmen.

Zu einem EMV-gerechten (elektromagnetische Verträglichkeit) Blitz-Schutzzonen-Konzept gehören der Äußere Blitzschutz (Fangeinrichtung, Ableitung, Erdung), der Potentialausgleich, die Raumschirmung und der Überspannungsschutz für das energie- und informationstechnische System. Für die Definition der Blitz-Schutzzonen gelten die in der Tabelle getroffenen Festlegungen.

Die Blitz-Schutzzonen und ganzheitliche Schutzmaßnahmen

Entsprechend den Anforderungen, die an Überspannungs-Schutzgeräte bezüglich des Installationsortes gestellt werden, sind diese in Blitzstrom-Ableiter, Überspannungs-Ableiter und Kombi-Ableiter unterteilt. Die höchsten Anforderungen hinsichtlich des Ableitvermögens erfüllen Blitzstrom- und Kombi-Ableiter, die den Übergang von der Blitz-Schutzzone 0A auf 1 beziehungsweise 0A auf 2 realisieren. Diese Ableiter müssen in der Lage sein, Blitz-Teilströme der Wellenform 10/350 µs mehrmals zerstörungsfrei zu führen, um somit das Eindringen von zerstörenden Blitz-Teilströmen in die elektrische Anlage eines Gebäudes zu verhindern.

Am Übergang der Blitz-Schutzzone 0B auf 1 beziehungsweise dem Blitzstrom-Ableiter nachgeordnet am Übergang der Blitz-Schutzzonen 1 auf 2 und höher werden Ableiter zum Schutz vor Überspannungen eingesetzt. Ihre Aufgabe ist es, sowohl die Restgröße der vorgelagerten Schutzstufen weiter abzuschwächen, als auch die in der Anlage induzierten oder dort selbst erzeugten Überspannungen zu begrenzen.

Die beschriebenen Blitz- und Überspannungs-Schutzmaßnahmen an den Grenzen der Blitz-Schutzzonen treffen für energietechnische und informationstechnische Systeme gleichermaßen zu. Durch die ganzheitliche Durchführung der beschriebenen Maßnahmen, ist eine dauerhafte Anlagenverfügbarkeit einer modernen Infrastruktur erreichbar.

Definition der Blitz-Schutzzonen

LEMP-Schutz von baulichen Anlagen mit elektrischen und elektronischen Systemen
nach ÖVE/ÖNORM EN 62305-4 ( VDE 0185-305-4)

  • LPZ 0A  Gefährdet durch direkte Blitzeinschläge, durch Impulsströme bis zum vollen Blitzstrom und durch das volle Feld des Blitzes
  • LPZ 0B  Geschützt gegen direkten Blitzeinschlag. Gefährdet durch Impulsströme bis zu anteiligen Blitzströmen und durch das volle Feld des Blitzes
  • LPZ 1  Impulsströme weiter begrenzt durch Stromaufteilung und durch SPDs an den Zonengrenzen. Das Feld des Blitzes ist meistens durch räumliche Schirmung gedämpft.
  • LPZ 2  Impulsströme weiter begrenzt durch Stromaufteilung und durch SPDs an den Zonengrenzen. Das Feld des Blitzes ist meistens durch räumliche Schirmung gedämpft.